23
Apr
2015
20

Mit Elefanten flüstern! Geheimtipp für eine tierfreundliche Elefantentour in Thailands Norden

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Ich sitze. In Thailand. In der Nähe von Chiang Mai. Warum ich das erzähle? Weil ich inmitten einer Elefantenherde sitze. Ich werde die grauen Riesen für drei Tage in einem Elefantencamp kennenlernen. Artgerecht! Tierfreundlich! Keine Touristenabzocke. Sondern zufriedene Elefanten, die ein artgerechtes Leben führen dürfen. Elefant Special Tours ist der Geheimtipp unter den Elephantentouren in Thailand für alle, die schon immer mit Elefanten auf Tuchfühlung gehen wollten. Und für alle, die das mit zufriedenen und gut behandelten Tieren machen wollen. Wo und wie? Im Norden Thailands…

18 Elefanten leben in dem Camp, sie leben in der Herde, nachts dürfen sie in den Wald, tagsüber arbeiten sie mit uns Touristen zusammen.

Alles was sie mit uns tun müssen entspricht ihrer Natur. Sie gehen baden mit uns, sie fressen mit uns, sie laufen einige Kilometer durch den Wald mit uns und sie sind immer mit ihrer Herde zusammen.

Warum ich jetzt das noch erzähle? Weil es viele Camps in Thailand gibt, in denen die Elefanten den ganzen Tag im Kreis laufen müssen, nicht genug Wasser und nicht genug Futter bekommen. Sie müssen ihre Kosten wiedereinspielen und sollen zusätzliche große Gewinne einfahren. Das geht nur auf Kosten ihrer Seele und ihrer Gesundheit. Es ist wie mit allen touristischen Vergnügungen mit Tieren. Ich werde immer wieder wütend wenn ich darüber nachdenke. Egal ob es das Ponyreiten auf dem Jahrmarkt ist, die Koalas im australischen Zoo oder die Elefanten in Thailand. Tiere werden entgegen all ihrer natürlichen Verhaltensweisen gestresst, ausgebeutet und ausgenutzt um Geld zu machen. Weil wir Touristen bereit sind dafür zu zahlen, ohne nachzudenken, ob die Tiere artgerecht gehalten und behandelt werden. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Camps gibt wie Elefant Special Tours und ich würde mir wünschen, dass mehr Touristen einmal nachdenken bevor sie besonders billig besonders tolle Erlebnisse mit Tieren buchen.

Das Vergnügen geht immer auf Kosten der Tiere – normalerweise

Ich könnte einen Ritt auf dem Elefanten nicht genießen, wenn ich wüsste, dass das Tier gerade gestresst, unglücklich und hungernd unter mir im Kreis läuft. Aber es gibt immer auch ein alternatives Angebot. Es ist vielleicht etwas teurer und man muss vielleicht auch ein bisschen mehr recherchieren, um es zu finden. Aber das sollte es uns allen Wert sein. Bodo, der Leiter unseres Camps, ist Tierpfleger.

Er ist ausgewandert nach Thailand und hat das Camp gegründet, um den Elefanten ein würdiges Leben zu ermöglichen. Er hat eine Stiftung, die die Elefanten auffängt die noch zu jung oder schon zu alt sind, um zu arbeiten. Die Elefanten haben mindestens 2 Tage pro Woche frei, sie müssen nicht mehr als 3-4 Stunden pro Tag „arbeiten“. Jeder Besucher bekommt für die Dauer seines Aufenthaltes einen Elefanten zugeteilt, um den er sich kümmert. Das alles nach diversen Gesprächen um festzustellen, welcher Elefant zu welchem Menschen passt. Die Tiere haben ein feines Gespür für Stimmungen, sie erahnen wie es dem Menschen geht, der ihnen da gegenübersteht. Deswegen ist es Bodo so wichtig, dass Elefant und Mensch zusammenpassen.

Schlammpackung und Gratisdusche?

Ich bekomme Sajela zugeteilt, eine verspielte, freundliche aber leicht divenhafte Elefantendame. Kurz frage ich mich, wie da der Zusammenhang besteht, beschließe aber nicht weiter darüber nachzudenken und lieber Sajelas erste Kontaktversuche freundlich zu erwidern. Ihr Rüssel nähert sich tastend an, während ich neben ihr sitze. Nachdem wir in der Elefantenherde saßen sollen wir uns zu unserem Elefanten setzen und mit ihm reden.

Ich erzähle Sajela von unserer Reise, sie hört wohlwollend zu. Oder sie döst, ich bin mir nicht ganz sicher. Später reiten wir in den Wald und Sajela frisst sich durch das Gelände, dann baden wir zusammen und Sajela quiekt freudig während ich ihren Kopf wasche und dann duscht sie mich. Das ist nett gemeint, allerdings sehe ich danach aus wie eine laufende Schlammpackung.

Es macht Spaß mit den Tieren umzugehen, nach und nach die Vorsicht zu verlieren und ihnen zu vertrauen. Sie sind riesig, aber sie sind auch sanft und freundlich. Sie strahlen eine innere Ruhe aus, die ich annehmen kann und genieße. Ich schließe meine Elefantendiva in diesen drei Tagen ins Herz. Ich würde sie gerne einpacken und mitnehmen, aber ich fürchte, dass sie in meinem Rucksack keinen Platz hat. Deswegen freue ich mich, dass sie so ein gutes Zuhause im Camp gefunden hat.

Wer will kann übrigens auch Spenden. Zu dem Camp gehört die Tong Bai Stiftung, die den Elefanten ein gutes Leben ermöglicht, die nicht arbeiten können:

LINK zur Stiftung und Webseite von Elephant Special Tours

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8 Responses

  1. Wirklich schön zu lesen dieser Bericht. Mein Freund und ich finden es auch unmenschlich wie Tiere für touristische Zwecke ausgenutzt werden, da tut es unglaublich gut von solchen Projekten zu erfahren.

    lg Irene

    1. Liebe Irene, das freut mich sehr. Ich persönlich besuche touristische Projekte mit Tieren nur, wenn ich mir nahezu sicher sein kann, dass die Tiere gut behandelt werden – so bin ich auch auf elephant-special Tours gestossen. Du hast leider Recht, dass viel zu viele Touristen sich keine Gedanken machen. Liebe Grüße, Petra

  2. Bianca

    Liebe Hollightly!
    Ich fliege im November nach Thailand und bin schon ganz gespannt! Hast du für Chiang Mai auch einen schönen Unterkunftstipp?
    LG Bianca

    1. Liebe Bianca, dann wünsche ich dir viel Spaß in Thailand. Wir waren in einem winzigen Backpacker-Hostel in Chiang Mai, über Airbnb – dessen Name ich leider nicht mehr weiß. Aber das Eco Resort soll ganz nett sein – das findest du, wenn du danach googelst. Das Anantara soll auch schön sein, aber sehr teuer. Und das hier finde ich sehr stylisch: http://www.morooms.com 🙂 Liebe Grüße und viel Freude in Thailand, Petra

  3. Carina

    Toller Bericht!
    Gibt es so ein Camp zufällig auch im Süden Thailands? (Phuket, Khao Lak und Umgebung)?
    Wir reisen Ende Dezember nach Thailand, allerdings nur für 2 Wochen und da ist der Norden mit Chiang Mai leider nicht drin…

    1. Hallo liebe Carina, vielleicht gibt es solche Projekte auch weiter im Süden. Ich kenne leider keines. Aber ich kann dir Bodos Camp sehr empfehlen und der Weg ist mit dem Zug auch gar nicht so weit. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine schöne Reise und schicke liebe Grüße, Petra

  4. Christin K.

    Hallo, ich habe gerade deinen Beitrag gelesen.
    Irre ich mich oder hat die asiatische Dame auf dem Elefanten, welcher im Wasser ist, einen Elefantenhaken in der Hand?

    1. Hallo, den hat er tatsächlich. Das ist der Mahmut des Elefanten. Ich war auch erst skeptisch, aber die Frage, die ich dort gelernt habe, ist – wie man ihn anwendet. Also sanft zum Lenken. So war es dort und die Elefanten hatten keinerlei negative Gefühle gegenüber den Haken, die ganz stumpf waren. Aber ja, kennst du andere Möglichkeiten? Viele liebe Grüße, Petra

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