Ich sitze. In Thailand. In der Nähe von Chiang Mai. Warum ich das erzähle? Weil ich inmitten einer Elefantenherde sitze. Ich werde die grauen Riesen für drei Tage in einem Elefantencamp kennenlernen. Artgerecht! Tierfreundlich! Keine Touristenabzocke. Sondern zufriedene Elefanten, die ein artgerechtes Leben führen dürfen. Elefant Special Tours ist der Geheimtipp unter den Elephantentouren in Thailand für alle, die schon immer mit Elefanten auf Tuchfühlung gehen wollten. Und für alle, die das mit zufriedenen und gut behandelten Tieren machen wollen. Wo und wie? Im Norden Thailands…

18 Elefanten leben in dem Camp, sie leben in der Herde, nachts dürfen sie in den Wald, tagsüber arbeiten sie mit uns Touristen zusammen.

Elefantencamp Thailand

elefant camp thailand

Alles was sie mit uns tun müssen entspricht ihrer Natur. Sie gehen baden mit uns, sie fressen mit uns, sie laufen einige Kilometer durch den Wald mit uns und sie sind immer mit ihrer Herde zusammen.

Elefantencamp Thailand

Warum ich jetzt das noch erzähle? Weil es viele Camps in Thailand gibt, in denen die Elefanten den ganzen Tag im Kreis laufen müssen, nicht genug Wasser und nicht genug Futter bekommen. Sie müssen ihre Kosten wiedereinspielen und sollen zusätzliche große Gewinne einfahren. Das geht nur auf Kosten ihrer Seele und ihrer Gesundheit. Es ist wie mit allen touristischen Vergnügungen mit Tieren. Ich werde immer wieder wütend wenn ich darüber nachdenke. Egal ob es das Ponyreiten auf dem Jahrmarkt ist, die Koalas im australischen Zoo oder die Elefanten in Thailand. Tiere werden entgegen all ihrer natürlichen Verhaltensweisen gestresst, ausgebeutet und ausgenutzt um Geld zu machen. Weil wir Touristen bereit sind dafür zu zahlen, ohne nachzudenken, ob die Tiere artgerecht gehalten und behandelt werden. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Camps gibt wie Elefant Special Tours und ich würde mir wünschen, dass mehr Touristen einmal nachdenken bevor sie besonders billig besonders tolle Erlebnisse mit Tieren buchen.

Das Vergnügen geht immer auf Kosten der Tiere – normalerweise

Ich könnte einen Ritt auf dem Elefanten nicht genießen, wenn ich wüsste, dass das Tier gerade gestresst, unglücklich und hungernd unter mir im Kreis läuft. Aber es gibt immer auch ein alternatives Angebot. Es ist vielleicht etwas teurer und man muss vielleicht auch ein bisschen mehr recherchieren, um es zu finden. Aber das sollte es uns allen Wert sein. Bodo, der Leiter unseres Camps, ist Tierpfleger.

Elefantencamp Thailand

Er ist ausgewandert nach Thailand und hat das Camp gegründet, um den Elefanten ein würdiges Leben zu ermöglichen. Er hat eine Stiftung, die die Elefanten auffängt die noch zu jung oder schon zu alt sind, um zu arbeiten. Die Elefanten haben mindestens 2 Tage pro Woche frei, sie müssen nicht mehr als 3-4 Stunden pro Tag „arbeiten“. Jeder Besucher bekommt für die Dauer seines Aufenthaltes einen Elefanten zugeteilt, um den er sich kümmert. Das alles nach diversen Gesprächen um festzustellen, welcher Elefant zu welchem Menschen passt. Die Tiere haben ein feines Gespür für Stimmungen, sie erahnen wie es dem Menschen geht, der ihnen da gegenübersteht. Deswegen ist es Bodo so wichtig, dass Elefant und Mensch zusammenpassen.

Elefantencamp Thailand

Schlammpackung und Gratisdusche?

Ich bekomme Sajela zugeteilt, eine verspielte, freundliche aber leicht divenhafte Elefantendame. Kurz frage ich mich, wie da der Zusammenhang besteht, beschließe aber nicht weiter darüber nachzudenken und lieber Sajelas erste Kontaktversuche freundlich zu erwidern. Ihr Rüssel nähert sich tastend an, während ich neben ihr sitze. Nachdem wir in der Elefantenherde saßen sollen wir uns zu unserem Elefanten setzen und mit ihm reden.

Elefantencamp Thailand

Elefantencamp Thailand

Ich erzähle Sajela von unserer Reise, sie hört wohlwollend zu. Oder sie döst, ich bin mir nicht ganz sicher. Später reiten wir in den Wald und Sajela frisst sich durch das Gelände, dann baden wir zusammen und Sajela quiekt freudig während ich ihren Kopf wasche und dann duscht sie mich. Das ist nett gemeint, allerdings sehe ich danach aus wie eine laufende Schlammpackung.

Elefantencamp Thailand

Elefantencamp Thailand

Es macht Spaß mit den Tieren umzugehen, nach und nach die Vorsicht zu verlieren und ihnen zu vertrauen. Sie sind riesig, aber sie sind auch sanft und freundlich. Sie strahlen eine innere Ruhe aus, die ich annehmen kann und genieße. Ich schließe meine Elefantendiva in diesen drei Tagen ins Herz. Ich würde sie gerne einpacken und mitnehmen, aber ich fürchte, dass sie in meinem Rucksack keinen Platz hat. Deswegen freue ich mich, dass sie so ein gutes Zuhause im Camp gefunden hat.

Elefantencamp Thailand

Wer will kann übrigens auch Spenden. Zu dem Camp gehört die Tong Bai Stiftung, die den Elefanten ein gutes Leben ermöglicht, die nicht arbeiten können:

LINK zur Stiftung und Webseite von Elephant Special Tours

Elefantencamp Thailand

Elefantencamp Thailand

9 Idee über “Mit Elefanten flüstern! Geheimtipp für eine tierfreundliche Elefantentour in Thailands Norden

  1. Irene sagt:

    Wirklich schön zu lesen dieser Bericht. Mein Freund und ich finden es auch unmenschlich wie Tiere für touristische Zwecke ausgenutzt werden, da tut es unglaublich gut von solchen Projekten zu erfahren.

    lg Irene

    • Petra sagt:

      Liebe Irene, das freut mich sehr. Ich persönlich besuche touristische Projekte mit Tieren nur, wenn ich mir nahezu sicher sein kann, dass die Tiere gut behandelt werden – so bin ich auch auf elephant-special Tours gestossen. Du hast leider Recht, dass viel zu viele Touristen sich keine Gedanken machen. Liebe Grüße, Petra

  2. Bianca sagt:

    Liebe Hollightly!
    Ich fliege im November nach Thailand und bin schon ganz gespannt! Hast du für Chiang Mai auch einen schönen Unterkunftstipp?
    LG Bianca

    • Petra sagt:

      Liebe Bianca, dann wünsche ich dir viel Spaß in Thailand. Wir waren in einem winzigen Backpacker-Hostel in Chiang Mai, über Airbnb – dessen Name ich leider nicht mehr weiß. Aber das Eco Resort soll ganz nett sein – das findest du, wenn du danach googelst. Das Anantara soll auch schön sein, aber sehr teuer. Und das hier finde ich sehr stylisch: http://www.morooms.com 🙂 Liebe Grüße und viel Freude in Thailand, Petra

  3. Carina sagt:

    Toller Bericht!
    Gibt es so ein Camp zufällig auch im Süden Thailands? (Phuket, Khao Lak und Umgebung)?
    Wir reisen Ende Dezember nach Thailand, allerdings nur für 2 Wochen und da ist der Norden mit Chiang Mai leider nicht drin…

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Carina, vielleicht gibt es solche Projekte auch weiter im Süden. Ich kenne leider keines. Aber ich kann dir Bodos Camp sehr empfehlen und der Weg ist mit dem Zug auch gar nicht so weit. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine schöne Reise und schicke liebe Grüße, Petra

  4. Christin K. sagt:

    Hallo, ich habe gerade deinen Beitrag gelesen.
    Irre ich mich oder hat die asiatische Dame auf dem Elefanten, welcher im Wasser ist, einen Elefantenhaken in der Hand?

    • Petra sagt:

      Hallo, den hat er tatsächlich. Das ist der Mahmut des Elefanten. Ich war auch erst skeptisch, aber die Frage, die ich dort gelernt habe, ist – wie man ihn anwendet. Also sanft zum Lenken. So war es dort und die Elefanten hatten keinerlei negative Gefühle gegenüber den Haken, die ganz stumpf waren. Aber ja, kennst du andere Möglichkeiten? Viele liebe Grüße, Petra

  5. Evelyn Lowry sagt:

    Ich mache auch gerne Urlaube mit Tieren und der Natur. Aber, leider ist es so, dass Tiere deshalb schlecht gehalten und gequält werden, um dem Mensch zu dienen. Das kann ich nicht ertragen und auch wir haben schon Elefantenritte auf Koh Chang, gemacht, wo es geheissen hatte, dass es denen da gut ginge und sie im Dschungel draussen wohnen würden. Leider konnte ich nicht feststellen ,wie weit das stimmte. Aber, ich denke, dass Tiere und auch Elefanten, die Menschen reiten lassen im Vorfeld immer trainiert werden und es denen dann doch nicht so gut geht, da es ja auch gegen die Natur der Tiere ist, dass Menschen auf ihnen reiten. Auch wir hatten mit Ihnen gebadet und sie geschrubbt, ist schon nett, denn das ist definitiv etwas, was Elefanten nur zu gern tun. Wie auch immer, ich habe die Sendung über dieses Camp im Fernsehen gesehen und das erste, was ich zu meinem Mann sagte, war, dass auch dieser Mahout einen Pickel in der Hand hatte (denn, leider hatte ich auf meinem Elefanten damals am Kopf eine zugewachsene Narbe von einem Loch gesehen und das kann nur heissen, dass man ihn da mit der Harke geschlagen hatte. Es hatte mir damals so leid getan, als ich das sah). Auch sah ich, dass die Elefanten in diesem Camp genauso an einer kurzen Kette angebunden waren, wie überall in allen anderen Camps. Also, was soll man dann davon halten, denn, man kann ja einem viel erzählen und ist nicht immer dabei und nicht lange genug da , um zu urteilen, ob es denen wirklich soviel besser geht… wenn ja, wäre es wert, beim nächsten Thailand Urlaub, dorthin zu gehen ,da wir eh nochmal in den Norden zu den Bergdörfern, rauf wollten, da mein Mann noch nicht dort oben war, obwohl wir (bzw. ich) schon 5x dort waren. Ich war schon im Goldenen DReieck und würde auch nochmal rauf fahren bzw. fliegen. Sobald ich sicher weis, dass es den Elefanten dort wirklich gut geht, werde ich es versuchen. Viele Grüsse

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