13
Jan
2014
7
Einladung Hochzeit

Natalia druckt bei „Milia druckt“! Papeterie mit Letterpress

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Die zauberhafte Natalia ist mir das erste Mal bei Instagram begegnet, wo ich ihre eleganten Fotos und Sex-and-the-City-würdigen Outfits immer wieder bewundere. Dann habe ich festgestellt, dass Natalia nicht nur einen genialen Modestil hat, sondern auch einen eleganten und zauberhaften Look, wenn sie sich in Papeterie-Projekte stürzt.

Hochzeitspapeterie mit Milia druckt und ein bisschen DIY

Ihr Label heißt „Milia druckt“, benannt nach ihrer Tochter Emilia. Natalia arbeitet mit Letterpress  und gestaltet für Hochzeiten, Hochzeitseinladungen oder Visitenkarten und auf Wunsch auch für Taufen und andere hübsche Anlässe, bei denen man hübsche Karten braucht. Wir haben uns für unsere Hochzeit für das DIY-Selbstbasteln unserer Einladungskarten entschieden (Hier findet ihr die DIY-Anleitung zu unseren Hochzeitseinladungen), hätten aber sofort bei Natalia angeklopft, wenn wir unsere Karten nicht selbst gestaltet hätten. Für alle, die nicht selbst Hand anlegen wollen, aber trotzdem elegante, frische und entzückende Hochzeitspapeterie suchen, wollen wir hier Natalia und ihr Label „Milia druckt“ vorstellen. Sie arbeitet mit Farben nach ökologischem Standard und versucht vor allem mit Herstellern aus der Region zusammenzuarbeiten. Damit passt sie wunderbar in die Idee einer möglichst grünen Hochzeit. 

Ein Hauch von Great Gatsby mit Letterpress und Kalligraphie

Go green with letterpress, but be elegant nevertheless. Natalia arbeitet mit Letterpress und Kaligraphie. Ihre geschwungene Schrift erinnert an die Eleganz der 20er Jahre, als der große Gatsby zu seinen fulminant-eleganten Parties einlud. So gestaltet sie erst auf Wunsch die Karten und Motive und presst sie anschließend in Handarbeit zu ihren kleinen Papierkunstwerken.

Ich würde sagen, dass ihr Stil auf eine wunderbare Art und Weise oldfashioned ist, aber immer mit einem modernen Twist, ihre Karten sind einer Hochzeit von Mister Big und Carrie Bradshaw würdig (und das schreibe ich jetzt nicht nur, weil ich ahne, dass in Natalia eine Carrie steckt) und immer ungewöhnlich elegant.

Sie schreibt die entzückendsten Emails und man möchte sie eigentlich einfach nur fragen, ob sie nicht sofort bei einem Kaffee über das Leben, die Liebe, Fashion und schöne Dinge philosophieren will.  Für alle, die noch ein kleines bisschen mehr über Natalia, Letterpress , ihre Papeterie und Milia druckt erfahren wollen, habe ich mich mit Natalia zu einem Interview verabredet.

Macht es gut, ihr Süßen und bis zum nächsten Artikel,

Eure Petra

Ein Interview mit der bezaubernden Natalia von „Milia druckt“ über Letterpress, nachhaltige Papeterie, Hochzeitseinladungen und schwingende Buchstaben:

Petra von Hollightly:  Du gestaltest nicht nur irgendwie Karten, Du machst Papeteriekunst mit Letterpress. Was ist für Dich der besondere Charme von Letterpress?

Natalia: Bei dieser besonderen Technik wird nicht einfach nur Farbe aufs Papier gebracht. Nein, das Motiv wird mit massivem Druck in das Papier geprägt, so dass man die Schrift nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann.

Petra von Hollightly:  Das ist schon eine ganz besondere Ästhetik, aber liegt nicht gerade auf der Strasse. Wie bist Du zur „Schönschreiberei“ und Letterpress gekommen?

Natalia: Seit dem ich denken kann, habe ich schon immer gern gezeichnet und gebastelt. Die ersten drei Schuljahre habe ich in Russland verbracht. In der ehemaligen Sowjetunion wurde viel Wert auf eine  schöne und geschwungene Schrift gelegt – das habe ich immer sehr gemocht und finde die Entwicklung mit der vereinfachten Ausgangschrift keine optimale Lösung im Hinblick auf die „Schönschreiberei“. Gerade als Lehrerin  (meinem eigentlichen Job) fällt mir das jeden Tag aufs Neue auf.

Auf den Letterpressdruck bin ich das erste Mal vor ca. fünf Jahren gestoßen, als ich mich auf die Suche nach schönen Einladungskarten für unsere Hochzeit begeben hatte. Ich wollte unbedingt, dass sie im Letterpressverfahren gedruckt werden, wie es in den USA üblich ist. Hier in Deutschland waren wir noch Lichtjahre davon entfernt, also habe ich in endlosen Nachtaktionen wie besessen auf amerikanischen Blogs recherchiert und jedes kleine Detail aufgesogen. Schließlich habe ich hier in Deutschland eine alte Andruckpresse gefunden, was gar nicht so einfach war, da traditionelle Buchdruckkunst seit den 70er Jahren nicht mehr ausgeübt wird und alte Betriebe so gut wie ausgestorben sind. Meine ersten Druckklischees habe ich in den Staaten bestellt, mittlerweile belichte ich sie selber. Im Augenblick drucke ich noch zu Hause, aber ein eigenes Atelier mit Auslage ist mein nächstes Herzensprojekt!

Petra von Hollightly:  Ein schönes Herzensprojekt, ich drücke Dir fest die Daumen dafür. Wie funktioniert denn Letterpress. Also was sind die Besonderheiten, die Du beim Gestalten Deiner Karten beachten musst?

Natalia: Letterpress könnte man auch als Prägedruck bezeichnen. Die von den Walzen eingefärbte, erhabene Druckform dringt ein wenig ins Papier ein. Aus einer Datei, die ich vorher nach Kundenwunsch erarbeite,  wird ein Film belichtet, der anschließend als Vorlage für die Belichtung einer Druckplatte dient. Diese ist so beschaffen, dass die druckenden Stellen erhaben sind und die nicht-druckenden Bereiche tiefer liegen. Grundsätzlich ist zwar vieles möglich, um aber wirklich gut arbeiten zu können, ist der sparsame Umgang mit Flächen  enorm wichtig. Besonders, wenn großflächige und sehr feine Elemente in derselben Druckform enthalten sind, ist  es kaum möglich beides gleichgut hinzubekommen – da hilft nur separates Drucken, was den Aufwand erhöht. 

Petra von Hollightly:  Auch die Kalligraphie ist ein Herzensprojekt, oder? Du kalligraphierst aus Leidenschaft, schreibst Du auf Deiner Webseite, was fasziniert Dich an der Kalligraphie?

Natalia: Wer von uns freut sich nicht über einen Brief. Gedanken und Gefühle lassen sich kaum persönlicher übermitteln, als mit handgeschriebenen Worten. Ich habe zu Hause noch ein Kästchen mit handgeschriebenen Liebesbriefen alter Ex-Freunde liegen. Und auch jetzt, fast 10-15 Jahre später, berührt mich jede Zeile, weil in jedem Schwung so viel Kraft oder auch Kummer steckt – das ist unvergänglich!

Petra von Hollightly:  Ich habe das Gefühl, dass Ästhetik eine große Rolle in Deinem Leben spielt, war es vielleicht auch diese besondere Schönheit der geschwungenen Worte und der Handarbeitskunst, die Dich so fasziniert haben.

Natalia: Für mich ist Kalligrafie eine faszinierende und kreative Beschäftigung die viel Disziplin und Geduld erfordert.  Manch einer macht Yoga oder meditiert – ich schwinge Buchstaben! 

Petra von Hollightly:  Was inspiriert Dich zu Deinen schwingenden Buchstaben-Kreationen? Woher nimmst Du deine Ideen?

Natalia: Amerikanische Blog sind absolute Spitzenreiter dieser Bewegung. Aber auch in alten Büchern findet man oft schöne Schriftzüge! Auf Flohmärkten halte ich oft Ausschau nach alten Büchern, denn manchmal finden sich hier so schöne handschriftliche Widmungen!

Petra von Hollightly:  Wenn Du einen Auftrag bekommst, zum Beispiel ich würde Dich bitten eine spezielle Karte oder ein Logo für Hollightly zu designen, wie gehst Du dann ran an den Auftrag?

Natalia: Zuerst lote ich gemeinsam mit dem Paar aus, in welche Richtung das ganze Design gehen soll. Viele wünschen sich kalligrafierte Elemente, die ich erst vorzeichne und anschließend vektorisiere. Wenn der Entwurf abgesegnet ist, bestelle ich den Reprofilm und belichte anschließend eigenhändig die Photopolymerplatte. Die benötige ich dann für den Druck auf meiner alten KORREX Andruckpresse. So ein Prozess kann  je nach Auftragslage mitunter 4-5 Wochen dauern.

Petra von Hollightly:  Natürlich stellt sich bei allem bei Hollightly die Frage, wie nachhaltig sind Deine Karten? Made in Germany? Bio?  Handmade?

Natalia: Ich versuche so gut es geht regionale Dienstleister einzubeziehen. Die ersten Belichtungsplatten habe ich in den USA bestellt und auch wenn „boxcar press“ eine ausgesprochen vorbildliche Nachhaltigkeitspolitik lebt und für jede entwickelte Platte ein Bäumchen pflanzt, war es mir nicht ganz Wohl bei dem Gedanken, dass jedes Mal ein Flieger nach Deutschland düsen muss, um mir die Platten zu bringen. Bei dem Papier setze ich auf die Qualitätsmanufaktur GMUND am Tegernsee und die Druckfarben entsprechen einem Öko-Tex Standard.

Petra von Hollightly:   Und jetzt die Frage, die ich immer stelle; wenn Du Deinen Stil in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Natalia: Wenn es um die Karten geht, dann eher schlicht, zurückhaltend und reduziert – bei Mode gehen bei mir manchmal die Lichter aus: ich sage nur „verkappte Carrie Bradshaw im Pailletten-Wahn!“

Petra von Hollightly: Ich würde ja sagen, fabelhafte Carrie Bradshaw *zwinker* Vielen Dank für dieses zauberhafte Interview, liebe Natalia!

Natalia: Vielen Dank fürs Zuhören!

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