11
Sep
2015
5
Glimpse - Foto Credit: Mathis (http://www.glimpse-clothing.com/team#/mathis-fotografie)

„Love Sells“ statt „Sex Sells“ – Mit Mode gegen Zwangsprostitution

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Spotlight auf Fair Trade! Heute ist die faire Woche unter dem Motto „Fairer Handel schafft Transparenz“ gestartet. Der Urgedanke hinter Fair Trade ist, mehr Geld in den reichen Industrieländern für Produkte springen zu lassen damit dann wieder mehr Gewinn in den Taschen der Menschen vor Ort landet. Glimpse ist so ein Fair Trade Label. Es ist sogar ein Paradebeispiel.

Fair Fashion

Fairer Handel meets Streetwear meets Sozialprojekt: Humanitäre Mode aus Stuttgart. Nathalie hat Glimpse zusammen mit ihrer Freundin Teresa und ihrem Mann Simon gegründet, nach einem Auslandsaufenthalt in Asien. Dort hat sie in einem Projekt für ehemalige Zwangsprostituierte gearbeitet und erkannt, dass die Frauen eine Perspektive brauchen.

Eine Perspektive für die Frauen

Glimpse arbeitet mit ehemaligen Zwangsprostituierten und mit Symbolkraft. Die Frauen in Indien sollen einen neuen Blickwinkel auf das Leben bekommen. Sie sollen erfahren, dass Liebe mehr ist, als sich auszuziehen. Deswegen der Slogan. Nathalie hat Glimpse zusammen mit ihrer Freundin Theresia und ihrem Mann Simon gegründet.

„Das was die Frauen in ihrem bisherigen Leben erfahren haben war „Sex Sells“. Wir möchten den Frauen eine andere Form der Liebe vermitteln und haben deswegen gesagt, dass wir es einfach umdrehen zu „Love sells“ statt „Sex sells“. Die Nächstenliebe und die Selbstliebe sind das was wir den Frauen für ihre Zukunft vermitteln wollen.“ (Nathalie)

Liebe ist nichts, wofür man sich ausziehen muss. Das ist die Botschaft. Eines der größten wachsenden Verbrechen in unserer Welt ist der Menschenhandel. In Indien – wo das Label produziert – gibt es schätzungsweise knapp eine Million Zwangsprostituierte. Dagegen will Glimpse ein Zeichen setzen und den Frauen zu einem neuen Leben verhelfen. Mit ihrer Streetwear.

Ein Hoffnungsschimmer

Glimpse steht für den Hoffnungsschimmer, den die Labelmacher den Frauen geben möchten. Sie bekommen eine Ausbildung und psychologische Betreuung. Finanziert wird Glimpse durch die Mode und durch Spenden. Die Macher? …arbeiten Ehrenamtlich. Humanitarian Fashion nennt Nathalie ihre Mode. Fairer Handel trifft auf biologisch produzierte Stoffe und über all dem steht das Sozialprojekt. Hilfe zur Selbsthilfe für die jungen Mädchen und Frauen.

„Manche haben wirklich viele Jahre in Bordellen verbracht und wurden schon als kleine Kinder verkauft. Manche kommen aus relativ intakten Familien, wurden entführt und waren kurze Zeit nur in Bordellen. Jede Geschichte bewegt uns, aber wenn man vor Ort ist und die Frauen sieht… Das sind so süße Mädels. Die einfach Spaß haben in der Werkstatt und sich einfach wohlfühlen, dann kann man sich gar nicht vorstellen, was für eine Vergangenheit sie haben und womit sie jeden Tag zu kämpfen haben.“ (Zitat Nathalie)

Es geht vor allem darum den Frauen ihr Selbstbewusstsein und ihren Stolz zurückzugeben und ihnen einen Weg aus der Misere zu zeigen. Die Frauen haben oft nichts gelernt und stehen deswegen nach ihrer Rettung aus der Prostitution ohne Perspektiven da. Deswegen die schulische Ausbildung und eine Schneiderlehre. Glimpse gibt den Frauen ein Gesicht, auch wenn sie ihr Gesicht nicht zeigen dürfen. Das Label muss die Identitäten der Frauen geheimhalten. Würden die Frauen entdeckt von ihren ehemaligen Zuhältern und den Menschenhandelsringen, wäre das lebensgefährlich für sie.

In jedes Kleidungsstück wird eine Blüte auf das Etikett gestempelt. Die Blüte steht für die Frau, die das Kleidungsstück produziert hat. So können die Frauen ein Zeichen unter ihre Arbeit setzen. Und Kunden können sich auf der Webseite von Glimpse über die Produzentinnen informieren.

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