Geld oder Leben?..hat mich mein Chef vor kurzem gefragt, als es darum ging ob ich für eine Kollegin einspringen kann. Seitdem denke und denke und denke ich immer wieder über diese Frage nach, die das Dilemma von jungen Berufstätigen auf den Punkt bringt. Man könnte auch fragen: Pflicht oder Leben? Engagement oder Leben? Alles passt in ein und denselben Pott des täglichen Laufrades in dem wir uns wie die fleißigen Hamster bewegen und rennen, als ob am Ende des Laufrades ein Berg Nüsse warten würde (oder was auch immer Hamster in ihre Backen stopfen für die schlechten Zeiten).

Geld oder Leben?
Geld oder Leben?

Dabei, sind wir mal ehrlich, haben wir hier im bequemen Deutschland doch eigentlich alles: eine Wohnung, genug zu Essen, Klamotten, einen fahrbaren Untersatz und etwas Luxus zwischendurch. Mehr brauchen wir nicht! Warum also das ewige Hamsterrad, um noch mehr anzuhäufen? Hollightly GlücksbringerWarum freuen wir uns nicht an dem, was wir haben, lehnen uns zurück und geben uns mit weniger zufrieden. Weniger Kaufen, heisst auch weniger Abfall und damit mehr für unsere Umwelt.

Anders als unsere Väter und Mütter (glauben wir zumindest) dreht sich das Leben um die Arbeit und die Arbeit strickt sich um das Leben herum.

Wir sind online, wir sind erreichbar – auch wenn wir eigentlich gerade nicht erreichbar sein sollten, weil wir zum Beispiel in einem Café sitzen und frei haben oder weil wir mit Freunden plaudernd durch den Park spazieren oder weil wir an einem kleinen aber feinen Salat schnippeln während „Katzenjammer“ im Hintergrund fiedelnd und singend „Tea with Cinnamon“ einnehmen. Aber die Handynummer ist heute scheinbar genauso leicht und schnell gewählt, wie früher die Nummer des Bürotelefons. Ich kann mich nicht erinnern, dass der väterliche Arbeitgeber zu Hause bei uns auf dem alten grünen Tastentelefon angeklingelt hat und ich weiß ganz genau, dass die Eltern keine Email hatten, die sie innerhalb von Sekundenschnelle erreicht hat („always on“ gab es damals nicht – denn wir hatten kein Internet) während sie eigentlich gerade auf der Terrasse ein Buch lesen wollten.

Wofür Leben wir?

Geld oder Leben? Eine Frage, die wir uns immer wieder stellen sollten und sie ergänzen um die Frage: Ist die Arbeit dazu da unser Leben möglich zu machen oder machen wir mit unserem Leben die Arbeit möglich? Leben um zu arbeiten oder Arbeiten um zu leben? Wer wollen wir sein?

Wir, die wir groß wurden mit dem Gefühl, dass der Beruf die Erfüllung sein soll , die wir die Wahl haben zwischen Familie oder Nicht-Familie? Großstadtyuppie oder Landei? Schreiberling oder Wonderwoman? Karrieresau oder Zahnradrädchen? Die wir einfach alles aus unserem Leben machen können und am Ende oft gar nicht mehr wissen, was wir daraus machen wollen…ein Dilemma von dem mir neulich eine Freundin bei einem Kaffee erzählte, als wir über Gott und das Leben und unsere Gesellschaft philosophierten (das geht bei Milchkaffee und Cantuccini besonders gut). Da scheint sich etwas zu wandeln. Scheinbar legen immer mehr Menschen mehr Wert auf Zeit und Entschleunigung oder Glück statt auf Karriere und das große Geld. Mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstes Leben statt auf die totale Kaufsucht. Das Pendel muss jetzt auch nicht in das andere Extrem umschlagen und es ist schön sich etwas zu gönnen, aber vielleicht könnten wir uns alle in der Mitte treffen?

Geld oder Leben? Die entscheidende Frage…Denn das Geld im kleinen Hamsterrad zu erschuften und zu errennen kostet Zeit, die wir dann oft nicht mehr haben, um sie für all die schönen Dinge auszugeben, die wir uns erhoffen und erwünschen und für die wir das Hamsterrad viel zu oft besteigen – stöhnend und schnaufend rennen wir, holen uns zwischendurch ein Haferflöckchen ab, stopfen es in unsere Backen zu all den anderen Haferflöckchen, horten und rennen dann wieder um neue Haferflöckchen einzusammeln und dabei rennen wir im Kreis an unserer Hamsterfamilie vorbei, an den Blümchen die am Wegesrand stehen und uns fröhlich anleuchten. Nicht falsch verstehen, zu rennen ist gut und tut gut, ein paar Haferflöckchen brauchen wir auch, damit die Hamsterbacken nicht allzu eingefallen aussehen, aber wir sollten nicht vergessen, das Hamsterrad auch immer wieder zu verlassen, um an den Blümchen am Wegesrand zu schnuppern und den Duft zu genießen und auch wenn dafür ein Haferflöckchen weniger in der Hamsterwange steckt – egal! Dafür werden wir uns immer an den Duft der entzückenden leuchtenden Blume erinnern…

 

Eine Idee zu “Geld oder Leben? … und das Hamsterrad des Alltags

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